Mamas / Utas letzten Wochen vor der Geburt:
Ca. in der 24. SSW hat sie Wasser in den Beinen und Füßen bekommen. Zwei Wochen später ist Mama dann doch mal zum Arzt gegangen (natürlich Freitags), eigentlich mit der festen Überzeugung, dass er sie auslacht und sagt alles ist normal. Nun ja – zuviel Wasser für dieses frühe Stadium und ein viel zu hoher Blutdruck von 170 zu 115 haben ihr dann ein Wochenende auf dem Sofa beschert. Aber auch die viele Ruhe und Beine hochlegen haben ihr zur Kontrolle am nächsten Dienstag keine Besserung gebracht.

Somit musste sie noch den gleichen Abend, mit der Diagnose Präeklampsie, ins Krankenhaus, mit Kinderklinik (was Uta zu diesem Zeitpunkt für vollkommen übertrieben gehalten habe), also nicht unbedingt bei uns ums Eck. Die nächsten drei Tage hat sie geduldig mit viel Ruhe, Blutdruck messen, CTG schreiben (meine Herztöne!) und Blutkontrollen in der Klinik verbracht. Donnerstag hatte sie schon Durchfall und Freitag Mittags haben sich dann Übelkeit und schreckliche Oberbauchschmerzen, die auch den kompletten Rücken betroffen haben, eingestellt. Nach zwei Blutabnahmen und einigen Stunden warten, kam dann die Diagnose HELLP. Allerdings fühlten sich die Ärzte hier mit der Krankheit überfordert, so dass wir per Rettungswagen mit fliegenden Fahnen in die Uniklinik Münster verlegt worden sind.

Dort hat Mama dann hübsch an einen Überwachungsmonitor angeschlossen, mit drei stündlichen Blutabnahmen, halbstündlichen Blutdruckmessen (permanente Armbinde!), Dauer EKG die nächsten zweieinhalb Wochen in einem Observationszimmer verbracht.
Im UKM haben sie ihre Leberschmerzen auch relativ schnell (innerhalb von vier Stunden) in den Griff bekommen – durch die regelmäßige Gabe eines Kortisons haben sich die Werte auch in den nächsten Wochen in einem verträglichen Rahmen bewegt – nachdem sie in der ersten Nacht auf knappe 1000 angestiegen waren (normal ist ca. 5!).

Mamas Blutdruck war allerdings schwer in den Griff zu bekommen – hier musste die Dosis an senkenden Mitteln nahezu täglich gesteigert werden. Außerdem ist sie wohl keinen Tag ohne rasende Kopfschmerzen gewesen. Da Mama fast Tag und Nacht geschlummert hat, ist ihr die Situation aber nicht ganz so brisant erschienen, wie z.B. meinem Papa und Oma und Opa.
Während der drei Wochen vor meiner „Zwangsentbindung“ hat sie ca. 25 Liter Wasser eingelagert, so dass Mama zur Geburt ungefähr 90 kg (bei Einweisung in die Klinik hat sie es gerade mal auf 63 kg in der 27. SSW gebracht, wovon 5 kg der Schwangerschaft zuzuschreiben waren) auf die Waage gebracht hat... Als ihre Nieren dann gar nicht mehr wollten und das Wasser ihren Bauch in Beschlag genommen hatte (das waren Schmerzen! – da sich das Bauchfell davon entzündet hatte) und kurz vor der Lunge stand, ging dann gar nichts mehr und ich musste geholt werden.

Wir haben uns aber die ganze Zeit über im UKM sehr gut aufgehoben gefühlt und Mama wusste auch zu jedem Zeitpunkt über sämtliche Werte (Blut, Leber) bescheid, bzw. was noch geht und was nicht. Allerdings wurde ihr auch ganz klar gemacht, dass das Leben der Mutter vor dem Leben des Kindes steht; was uns auch eine Menge Sorgen bereitet hat.